"Sieben Tage am Meer" von Jürgen Drawitsch
Leseprobe:
„Marie hob die weiße Feder auf, drehte sie zwischen Daumen und Zeigefinger und lächelte, ohne dass sie es merkte. Es war das erste Lächeln, das sich nach Wochen wieder auf ihrem Gesicht zeigte, und es war wie das Funkeln eines Sonnenstrahls, der nach dem Gewitter die Tropfen am Seegras in Juwelen verwandelt. Sie nahm die kleine Feder zwischen ihre Lippen und steckte den Schlüssel ins Schloss. Zweimal drehte sie ihn um und half mit dem linken Fuß nach. Die Tür sprang auf. Marie war angekommen.“
Das schreibt Ingrid Noll zu diesem Buch:
„Ein nachdenkliches und positives Buch. Jürgen Drawitsch beschreibt mit großem Einfühlungsvermögen den psychischen Zustand einer Frau, die eine Fehlgeburt erlitten hat. Ihre anfangs labile Verfassung, ja Depression, wird durch ein paar Tage am Meer und die Begegnung mit einem charismatischen Maler zusehends aufgehellt, bis sie durch eine anrührende und beglückende Liebesbeziehung überwunden wird.“
